Freitag, 20. Januar 2017

i'll tell it to your soul, i want you to know


hot thoughts all in, all in my mind, all of the time

Donnerstag, 5. Januar 2017

#infrathinwhiteduke

Collage: Fehmi Baumbach


meine bowie-platten und ich machen einen ausflug nach berlin.
10. januar, 8pm, maxstrasse 1, berlin-wedding:
#infrathinwhiteduke – eine bowie-soirée mit fehmi baumbach, frau frohmann, mediumflow und musikalischer dienstleistung von mir. eintritt frei. kommt!



what a year it has been



* dieses album das erste mal gehört knietief im papier meiner kindheit und jugend stehend; absurde ausräum- und wegwerftage voller nostalgie. jeden song einzeln in der doofen dropbox anwählend. noch mal. noch mal. noch mal.

* bisschen albern, sich an indropboxrunterladtage zu erinnern.

* filesharing-selbstanzeige, sowieso.

Samstag, 31. Dezember 2016

jahresrückblick 2016

gereist.
ny & boston. wien. florida. luxembourg. stuttgart, hamburg, münchen, viel berlin und sehr viel duisburg - wohl so viel wie seit 19 jahren nicht mehr.

gegessen.
zu selten zuhause. oft mit den kollegen im euphrat/freiburger/bei edo/in der beatzzeria. gerne im hier & jetzt. mit s. und r. in berlin grundsätzlich im cat tuong/yum yum/daluma/zeitfürbrot. mit h. im cookies. whole foods hot & cold bar. das beste essen war im present moment in st.augustine, der beste nachtisch im soco in orlando.

getrunken.
keinen alkohol, bis auf ein getränk mit mezcal zu ehren des ponys. sehr sehr viele sachen mit koffein drin.

gehört.
bowie. donny mccaslin. thor & friends. zeug auf spotify. und podcasts: in the dark. terrible, thanks for asking. period. on the media. out west. the new yorker radio hour. dear sugar. the hilarious world of depression.

gelesen.
panikherz, das schlimme la-sehnsucht gemacht hat. paul kalanithi: when breath becomes air. bowiekram.

geguckt.
got. westworld. one more time with feeling.

gefahren.
zu viel auto auf der a5, weil mein liebster rückfahrzug nach dem yoga von der bahn gestrichen wurde. zu wenig fahrrad. weniger zug, weil flüge billiger waren (bad me).

getroffen.
viele littermates. t. leute aus der grundschule. f und c. i in nyc. zu selten die girls gang.

geweint.
als die pushnachricht vom guardian kam, während ich "lazarus" hörte. im raum mit jareths swagger stick bei  "david bowie is...". bei einer autofahrt mit s., während "heart in a cage" lief. nach einer yogastunde mit t. beim gucken einer liveversion von "purple rain", kurz nachdem prince gestorben ist. beim fährefahren in nyc, vor glück. sonst kaum. ich hätte öfter weinen sollen.

gelacht.
parole: lachen, wenn es nicht zum weinen reicht.

gelegen.
zu wenig, ganz grundsätzlich.

getanzt.
immer beim auflegen, mit matze oder gina. zu the cure, in basel.

gestanden.
vor kunst von ulay, von dali, von vito acconci. sehr oft vor michael gira et.al.

gefühlt.
zu wenig. zu viel. müde. unterfordert. erkannt. erleichtert. entmutigt.

verloren.
zuversicht. den glauben an die resilienz unserer gesellschaft.

gewonnen.
realismus.

bester moment.
rumlaufen, ohne was zu tun zu haben. new york, so grundsätzlich. immer wieder 26/2.

schlimmster moment.
beschuldigt werden, die afd habe mir eine story geleakt. immer wieder der moment wenn man weiss, dass die explosion/der unfall/die schiesserei ein terroranschlag ist.

lustigster moment.
die chewbacca-maske an weihnachten.

bestes konzert.
swans in der music hall of williamsburg.

erstes mal.
eine story mit nationaler resonanz geschrieben. einen song von einer bühne herunter gewidmet bekommen: bowies  "look back in anger" von dmcc im moods in zürich. iggy pop berührt. den geldbeutel geklaut bekommen, bei whole foods in sarasota. asthma. meine aura fotografieren lassen.

letzes mal.
in meinem kinderzimmer übernachtet und die treppe hoch und runtergelaufen.

immer noch.
das gleiche wie immer, wie nie.

jetzt neu.
flossing.

dankbar 2016.
für r.

wünsche 2017.
yoga. ausschlafen. rumlaufen. struktur.

Montag, 26. Dezember 2016

Samstag, 24. Dezember 2016

live in peace, live in peace again


once it was on, it was on and that was that

es gibt keine undoofe art zu beschreiben, wie ich mich fühle nach dieser woche, nein, diesem jahr voller eilmeldungen, toter frauen und fotos, die man (also ich) auf leichenteile absuchen durfte. dieses jahr steckt in meinen knochen drin wie ein bleigewicht, direkt neben der anderen sache, die mich sowieso alle jahre wieder rund um weihnachten verlässlich runterzieht: das wilde, zarte, aufregende leben, mehrfach verlässlich verpasst und nur ganz knapp außer reichweite, für immer und ewig. nichts hilft.


Montag, 12. Dezember 2016

der soundtrack des annus horribilis



1. rumlaufen im november.
2. heimfahrt von basel anfang oktober, ein paar tage nachdem ich das album in ein paar fiebrig-tippenden stunden rezensiert hatte, dieser song auf repeat. ich finde es ein bisschen albern, dass justin vernon die kryptik so arg hochdreht, aber irgendwo dazwischen verstehe ich ihn, mit seinen parolen, mit denen er sich selbst irgendwas versichern will. und dieses so arge bemühen, alles anders zu machen.
3. ein geschenk von h., im sommer. der neue song, bei dem beim auflegen jeder fragt, was das denn bitte ist. ein balsam, für und gegen alles.
4.  i want you to know that i think about you all the time.
5. ein geschenk von b., quasi, weil er den song auf facebook postet ende juli. ich höre ihn auf repeat in diversen stunden in t.'s hängematte.
6. keine worte reichen aus für nick.
7. fuck theory schrieb, kurz nach bowies tod: "feels like:  wanting to be in love but knowing that nobody will ever deserve the intensity of passion you feel for david bowie when he sings this song."
8. eins meiner allerliebsten roxy music performance videos ist dieser song, im musikladen. im april hat kristof hahn ihn der volksbühne gecovert und ich hoffe so sehr, dass er ihn aufnimmt, irgendwann.
9. keine worte reichen aus für nick.
10. cause i don't want to get over you.
11. durch bowiesongs entdeckt, auf einem bahnsteig von  basel bad zum ersten mal bewusst gehört. versucht, mir ein szenario auszumalen, in dem das alles so wäre, aber es passte dann doch nicht. die zeile, die den song ausmacht: all my violence, raining tears upon the sheets.
12. in diesem jahr endlich the cure live gesehen, sie spielten fast nur "wish". aber auch "lovesong". alles war wie 1994, aber besser.
13. melancholie aus 2015, reaktiviert. das konzert nach dem galeriebesuch.
14. eines tages werde ich den song hören, während ich in einem mustang in der dämmerung durch la fahre.
15. ich mag die songs mit bowies fanboy cameos. der schönste vielleicht ist "reflektor", aber diesen hier habe ich dauernd gehört und dann auch als single gekauft zum auflegen. und überhaupt, tvotr, wie ich sie liebe, seit ich mit m. auf dem eurocks  plötzlich vor ihnen stand. und überhaupt, weil dieser song so erbaulich ist.
16. ein geschenk von s., weil er ihn in seinem auto laufen lässt, als wir vom studio heimfahren. und ich dabei weine, weil ich es mir so schwer mache im alltag. und mit so vielem. aber alles gut ist, in diesem moment, weil einfach.
17. his swan song, zu heilig zum nebenbei hören.
18. keine ahnung, wie ich darauf hängen geblieben bin, aber es ist ein meisterwerk. can i be more than just a fool?
19. ich mag, wie sehr er versucht, von seiner stimme loszukommen, und es einfach nicht schafft.
20. ja.
21. ein überbleibsel aus dem sommer 2015.
22. m. hatte mir einen plattenladen in wien empfohlen, und es war ausgerechnet der. danach habe ich alle drei filme noch mal geguckt, yogamüde auf der fremden couch in wien, und festgestellt, wie sehr mich julie delpy nervt, aber wie verdammt gut diese szene ist. und die mit dem taxi, im zweiten, überhaupt, der zweite film. die plattenhörbox im film war nur einen attrappe, fwiw, aber es gibt im laden ganz bezaubernde hörnischen und sie haben die fake-platte gerahmt über dem tresen hängen und sie sind ganz ganz wunderbare menschen. ich kaufe lauter platten, die ich nicht brauche. und lodger.
23. look up here, i'm in heaven.
24. der abspannsong von s01ep06 von  "the affair". long island ist toll, übrigens.
25. ich mag, wie der song zerbröselt, beim zuhören.
26. durch wien laufen, abends.
27. eine mix-der-woche-ernte.
28. wenn ich manchmal denke, dass ich nicht genug gebe, nicht genug rauslasse, mich nicht genug frei mache, dann denke ich an die art, wie jamie stewart konzerte gibt. nur raus damit. alles rauf auf den präsentierteller. wegen ebendieser haltung ist  der song fast unhörbar, aber das fand ich in den letzten drei monaten des jahres ganz passend.
29. manchmal erinnere ich mich an meine unbändige freude beim ersten gucken des videos. wie unschuldig da alles noch war.
30. für immer im land of brunch and misery.
31. einer der besten momente des jahres: als donny mccaslin mir diesen song widmet.
32.  so oft swans gesehen, dieses jahr, die beiden clouds immer wunderbar. das schönste mal swans sehen war in der music hall of williamsburg: ich fuhr mit dem boot hin, die luft war wie eine warme dusche und trank cold brew. dann regnete es in strömen, ich stand mit n. schlange vor dem laden und schwatzte mit k.. ich hatte das perfekte kleidungsstück am leib, es vibrierte angenehm unter den schallwellen, und ich verbrachte das konzert weitestgehend in meinem kopf, zwischen lauter fehlwarnehmungen und übersteuerungen. es war ganz wunderbar, die beste art, die synapsen zu überfordern. danach standen alle rum, ich umarmte k., fuhr heim und konnte die ganze nacht nicht schlafen, ach was, das ganze jahr, tbh.
33. immer noch jede zeile tätowierbar.
34. der abend, an dem wir in boston spontan zu hot tuna gingen, und vorher sushi aßen.
35. eine mix-der-woche-ernte.
36. ich stelle mir so oft bowie in seinem homestudio vor, wie er dieses demo aufnimmt. ich würde sie so gerne alle hören.
37. susas wohnung in steglitz, 2006.
38. nach bowies tod hat mich nichts so sehr beruhigt, wie enos stimme.
39. nothing can be changed, the past is still the past, the bridge to nowhere.
40. eine mix-der-woche-ernte, für mich geschrieben, quasi.
41. eine mix-der-woche-ernte, für mich geschrieben, quasi.
42. im alten bzhaus im aufzug stehen bleiben um diesen song noch einmal zu hören. eine vorahnung auf  blackstar.
43. heaven is a place where nothing ever happens.
44. my death waits there between your thighs.
45. als ich donny mccaslin in diesem jahr das erste mal gesehen habe, bei einem umsonst gig im prospect park, war das der letzte song. ich schaute in den abendhimmel über brooklyn und auf die lichterketten über mir, und fragte mich, wie es sein kann, dass ich kein leben habe, in dem ich das machen kann: zu einem dmcc-umsonst-gig im prospect park gehen. und dann bemerkte ich, dass ich dieses leben ja habe, weil ich es gerade machte.
46. ein geschenk von frank, vor vielen jahren. unsterblich.
47. this is all non-fiction.
48. wenn ich im teacher training nach der yogastunde und meiner daran anschließenden heiligen halben stunde im pool hoch ins zimmer kam, habe ich immer eine playliste angemacht, die mit diesen track begann.
49. ein lieblingssong von 2004, an den ich mich im september in wien erinnere, als bowie den mercury prize nicht gewinnt. immer noch gut.
50. eine mix-der-woche-ernte
51. i think i saw what happens next/oh, it was just a glimpse of you, like looking through a window, or a shallow sea, could you see me? (und dann lief der song in einer panera filiale in einer outlet mall in orlando.)
52. an einem der ersten warmen tage frei haben und ein bisschen zu warm gekleidet durch berlin laufen und blumen an der hauptstraße ablegen. dann unter blüten an den bäumen zu den platten bei dodo island und ins einstein, wo l. die lustige geschichte von seinem roadie-sein bei db in bochum erzählt.
53. siehe 32. wobei mich der song live thor vermissen lässt. so sehr.
54. ziemlich kitschig, aber ich mag die keys.
55. stoner-quatsch, albern.
56. stoner-quatsch, lüstern.
57. ein frisch entdecktes, bezauberndes, kaltes frühwerk von michael gira, das ich auch gerne auflege. wird 2017 das jahr, in dem er mir die maxi, die aus ny, 1981, irgendwie den weg zu mir, 2016 geschafft hat, signiert? (wie albern dieses bedürfnis ist.)
58. i absolutely love you.
59. eine mix-der-woche-ernte von h.
60. eine mix-der-woche-ernte, als spotify anfing, mir songs zu liefern, in denen "david bowie" im titel stand.
61. dieses video, in dem visconti die tracks analysiert.
62. keine worte reichen aus für nick.
63. eine der vielen platten, die ich in diesem jahr gekauft habe, weil thor harris darauf musiziert.
64. ich singe ja ich immer die gitarre mit.
65. ich mag matt berningers stimme, immer. und die fragilität von clogs. (muss unbedingt mal wieder "lantern" hören).
66. pheuuuuuwwwwwwwww.
67. so kalt und so groovy.
68. die band war irgendwann bei chico und ich wollte hin und hörte das album zu aufwärmen, aber dann konnte ich nicht, und die platte, die n. mir gekauft hat, steht hoffentlich immer noch bei ihr.
69. eine mix-der-woche-ernte.
70. wegen dieses videos.
71. thor spielte was von nissenmondai bei einer pitchfork live sendung, die überhaupt total wunderbar war.
72. ich habe keine ahnung, warum dieser song dabei ist.
73. auch hier singe ich die gitarre mit.
74. cause when you're far out there in the sun/you're still in the hands of the one who cares for you
75. keine ahnung, wo es herkam.
76. die vielleicht lustigste sache, die ich nach bowies tod gelesen habe: dass man nicht um ihn trauern solle, er sei ja rassist gewesen, weil er diesen song geschrieben habe. songtextexegese is hard.
77. 1994.
78. das original gab's noch nicht auf spotify, als ich es dringend hören wollte.
79. come on, come on!
80. cause love's such an old-fashioned word
81. in diesem jahr war ich im kennedy space center; lebenstraum! da hängt atlantis rum, so ein space shuttle ist nach ein paar flügen ganz schön angedötscht.
82. in this world of grand illusion/you walked into my life/out of my dreams.
83. ich bin froh, dass es diese komischen background vocals gibt, da fühle ich mich beim mitsingen nicht so alleine.
84. mix-der-woche-ernte.
85. mix-der-woche-ernte.
86. your draw is disturbing, wobei ich ja die bezeichnung "strange golden light" bevorzuge.
87. für immer die hintergrundmusik im badezimmer im sentido graceland khao lak.
88. jedes jahr an meinem geburtstag erinnert e. mich daran, dass es diesen song gibt.
89. berlin, siehe 52.
90. mix-der-woche-ernte. the fall höre ich ja quasi nie, seit das arsch es mir verdorben hat.
91. dieses video, in dem pharell den song hört.
92. ich habe iggy berührt, in diesem jahr. und sehr viel über biggy gelacht.
93. mix-der-woche-ernte.
94. aus 2015 nachgetragenen melancholie. ich vermisse neues von gisbert.
95. mix-der-woche-ernte. in der s-bahn zur rp16.
96. weeeeeeee never talk anymore.
97. siehe 32.
98. der soundtrack zur grabeswallfahrt in wien. der vielleicht schönste friedhof, auf dem ich je war. udos grabstein ist unglaublich tacky. hab trotzdem geweint, beim rose ablegen.
99. because when we're drinking, we can never be filled.
100.  eine mix-der-woche-ernte, als spotify anfing, mir songs zu liefern, in denen "david bowie" im titel stand.
101. am morgen nach dem dmcc gig in brooklyn fuhr ich mit dem luxusbus in die hamptons, hörte 1. outside und las "montauk".

[was fehlt:
donny mccaslin - beyond now, das ich drei monate lang non-stop auf der pre-listening-website hörte; "new york city" wäre sonst wahrscheinlich #1.
thor & friends s/t, das mich im herbst beruhigte, immer.]

Mittwoch, 7. Dezember 2016

florida


florida im dezember ist, zumindest was das wetter angeht, eine simulation, gestaltet um leichte depressionen zu lindern: palmen, sonnenschein, angenehme 27c, leuchtend blauer himmel, leichte brise und riesengroße monarchfalter. die strände sind sehr weit, manchmal mit muscheln statt strand. in miami kann man zwischen kubanischer subkultur, south beach und art basel den kontakt zur realität wunderbar verlieren, während man mit dem rad am strand entlang fährt. dabei ist das alles sehr fragil, die kruste der zivilisation dünn.  man hält am highway an irgendeinem tümpel an und da liegt dann ein dutzend alligatoren, und zwar richtig großer. in den everglades kreisen truthahngeier über einem und plötzlich liegt ein riesengroßer (toter) python am wegesrand. vor planned-parenthood-kliniken demonstrieren tatsächlich alte männer mit  albernen schildern, im talkradio finden leute trump super und halten dick cheney für den besten vize-präsidenten, den es je gab, dazwischen läuft werbung für schießstände mit kostenlosem eintritt für frauen und ar-15-shopping-events. man trifft menschen, die durch einen schlaganfall finanziell (und körperlich) ruiniert wurden. am pulse-club in orlando liegt verzweifelte, selbstgebastelten kunst in regenbogenfarben, und die 49 menschen sind immer noch tot. selbst gebildete leute nennen sklaven "the help" und man kann als eine mahlzeit chicken wings mit und ohne knochen und kleine mini-hamburger ordern. alle räumlichkeiten sind so runtergekühlt, als gäbe es genug fossil fuel für alle, für immer. die einzige solaranlage, die ich gesehen habe, war bei der nasa, dabei scheint die sonne dauernd. es ist alles ein bisschen banal und konsum. eigentlich wollte ich mit niemandem über politik reden in diesem urlaub, aber daran bin ich gescheitert, denn alle guten menschen fragen natürlich gleich: "so how crazy do you think we are?" "very."

Freitag, 18. November 2016

but the wrongest are without you



hands, your hands / on my face again / and i can't help myself / but go astray
these hands / they soothe everything / and i'm not afraid / of nothing else
all the wrong things i can do / call on me when i'm without you
all the wrong things i can do / follow me when i'm without you

Dienstag, 8. November 2016

waiting so long, i've been waiting so, waiting so



2016 hat nur eine halbe handvoll wirklich großartige momente gehabt. die ansage vor diesem song war einer davon. <3

Sonntag, 21. August 2016

oh mann, olli.


jahrelang hingst du nackig hinter meinem schreibtisch im fudder-office; dein gemächt habe ich allerdings mit einem post-it verdeckt. ungefähr 2009, als du angefangen hattest, fotos zu machen, da hast du mal bilder geliefert von einem bonaparte-gig im atlantik, die ich nicht mehr wollte, weil es tage nach dem konzert war, dabei waren sie natürlich spektakulär verschwitzt und super. über deine brüste/genitalien/drogen-shoots (besonders die mit lokalen djs) habe ich immer herzlich gelacht, weil ich sie so wahnsinnig platt aber verdammt unterhaltsam fand (keine ahnung, wie du es gemacht hast, dass alle die hosen runtergelassen haben, bei dir). die porträts im letzten jahr hingegen, die fand ich ziemlich klasse. du warst der einzige studentenfudder-cover-fotograf, bei dessen foto wir dem model mal klamotten dazuphotoshoppen mussten. in berlin musste ich immer lachen, wenn ich einen deiner millionen sticker irgendwo gesehen habe - ausgerechnet du, überall. der beste ort, an dem ich mal einen gesehen habe, war übrigens nicht in berlin, sondern in emmendingen vor dem zfp, an einem mülleimer, vorne links. wenn wir auf fudder über dich geschrieben haben, hat immer irgendwer gemoppert, warum wir dich denn hochschreiben würden. dabei warst du doch schon oben, weil du einfach so lange behauptet hast, oben zu sein, bis du oben warst, wasimmer das auch sollte, mit diesem "oben" und als wenn das irgendwas bedeutet hätte. wegen des mopperns hatten wir natürlich immer besonders großen spaß daran, über dich zu schreiben. bis auf diese nachricht jetzt. oh mann, olli. so ein scheiß. nur gute gedanken für deine lieben und deine freunde.

Dienstag, 5. April 2016

only forever, not long at all.



david bowie ist immer noch tot, dabei war doch abgemacht, dass er wiederaufersteht nach vier tagen, so wie lazarus. wobei das mit der wiederauferstehung ja eine sache ist (vgl. lindqvist "so ruhe in frieden"): man kann das, nach ein bisschen mehr nachdenken, ja dann doch eigentlich nicht wirklich wollen. welche bevormundung so eine zurückholaktion ist, lazarus hat niemand gefragt.

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hätte man mich vorher gefragt, ob bowies tod mich traurig machen würde, ich hätte wohl mit "ja" geantwortet. tatsächlich war sein tod fucking devastating. als hätte ich wirklich geglaubt, er würde für immer leben.

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als das neue album angekündigt wird, "blackstar" herauskommt, schauen r. und ich es zwei mal hintereinander an, ganz andächtig, nebeneinander im bett sitzend. dann unterhalten wir uns darüber, ob bowie krank aussieht oder nur krank gestylt ist. wir liegen beide falsch.

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anfang januar räume ich mein kinderzimmer im elternhaus aus, während ich blackstar auf repeat höre. d. hat es mir geschickt, vor veröffentlichung. es liegt, sehr unkomfortabel, in der dropbox, ich muss jeden song einzeln anwählen, aber das ist es wert. auf der rückfahrt nach freiburg am freitagabend, versinke ich in diesem album. repeat, repeat, repeat, repeat. sonntagabend sage ich zu r. "ich würde so viel geld ausgeben, überall hinfahren, um bowie nur einmal live zu sehen." am montagmorgen dann in der tram, "lazarus" auf den kopfhörern, die pushnachricht des guardian, die hoffnung auf einen hoax, der tweet von duncan.

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jetzt also niemals bowie live sehen, niemals zeitgleich mit ihm sein, irgendwo. darum geht es ja eigentlich bei konzerten, nicht unbedingt um musik.

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genau darüber schreibt stuckrad-barre sehr treffend in panikherz, das ohnehin  eine sehr passende lektüre für diese wochen ist: los angeles, sucht, drogen, fantum. in meinem kopf höre ich dabei eine stimme, die nicht die von stuckrad-barre ist, aber die gleiche wie schon vor 20 jahren bei der stuckrad-barre-lektüre. auch das passt.

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ich kaufe sehr viele schallplatten, fülle alle bowieförmigen lücken in meiner plattensammlung. die lücken sind zahlreich, ich habe mir nie gedacht: "oh, ich sollte mal das gesamtwerk kaufen", warum auch. ich hatte ja alles, was ich auflegen wollte. mittlerweile sind die löcher gestopft, denn wenn ich nicht schlafen kann, tippe ich mich durch die angebote irgendwelcher händler auf discogs und kaufe singles von alben die ich bereits habe, weil bowie auf den covern so wunderschön aussieht wie er nun mal aussieht ausgesehen hat.

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feels like:  wanting to be in love but knowing that nobody will ever deserve the intensity of passion you feel for david bowie when he sings this song. 

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ich kaufe starman-leggings und ein paar taschen von helen green und ein schlimmniedliches bild von meritxell garcia.

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tilda stardust 4 ever.

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lernen mit bowiesongs. lachen mit crayon to crayon. derweil hat instagram  sich in eine bowiefotoanlieferungsmaschine algorithmisiert. unter den schönsten bildern vertaggen s. und ich uns gegenseitig, wie teenager.

ich hasse es, in der nähe von menschen zu sein, die kokain konsumieren und vermeide diese nähe weitestmöglich. bowies kokainphase schätze ich allerdings sehr; auch, weil eine kernzeit in los angeles stattfand, der besten stadt der welt. folgerichtig hänge ich auf "station to station" fest, dem perfekten soundtrack für living on the edge. "no matter what you do in l.a., your behavior is appropriate for the city. los angeles has no assumed correct mode of use."  ich denke darüber nach, wie bowie drogenkrank und vampire-like am rand der zivilisation saß und crowley las, sich sorgen um sein sperma machte und seinen swimming pool exorzierte. ich werde irgendwann durch la fahren, in einem cabrio, und dabei dieses album hören, von downtown aus auf der 101 bis zum meer. bowie hat die stadt angeblich nach den 70ern gehasst, wherever you go, there you are und so. so wahr, besonders dort. t. ist gerade wieder dorthin gezogen und klang nicht besonders froh darüber.


heathen war das erste album, das ich wirklich liebte. 2002 war ich 24 und depressiv und in australien und e. brannte mir die platte auf eine cd. in einem hinterhofbüro mit galerie in basel stellt markus klinko 14 jahre später photos aus bowies heathen-session aus. riesengroße, hochglänzende aufnahmen von bowies gesicht. in einem bild sitzt er verzweifelnd arbeitend am schreibtisch, lazarus vorwegnehmend. es gibt herrliche nahaufnamen seiner wunderschönen augen. "one pupil suggesting the desire to fuck you, the other that you are the least interesting person in the world." (quelle nicht mehr auffindbar.) klinko ist so riesengroß wie seine bilder, sehr dünn und hält sein handy fest (wie auf allen aktuellen fotos von ihm) und erzählt, dass bowie nie in einem raum mit den wölfen war, sondern ein model, das fast gebissen wurde. marc krebs, bowie-fanboy, stellt ihm ein paar richtige fragen und trägt eine seltsame jacke, die eins von bowies reality-outfits sein könnte. zu der erzählt er, wahnsinnig niedlich, dass er sie gekauft hat, als er für ein visconti-interview in london war, um bowie zu channeln. für die schweiz sei die jacke aber zu wild, findet er. totaler quatsch: bowie würde wollen, dass er sie täglich trägt.

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songs, die ich sofort liebte, als kind: space oddity, absolute beginners, changes.

songs, die ich mir antrainiert habe, als teenie, weil ich erkannte, dass ich sie mögen muss: fame. sound and vision.


songs, die ich immer, immer, immer aufgelegt habe, auflegen werde: love is lost (hello steve reich remix). let's dance. dancing in the streets.

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zum ball verqueer gehe ich als jareth und nehme es in kauf, meine beste yogahose für immer im schritt auszuleiern: ich trage das größte paar kuschelsocken das ich besitze, als bulge. the bulge was deliberate.

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auf meinen zu häufigen autofahrten zwischen basel und freiburg höre ich podcasts von radiosendungen über blackstar; interviews mit visconti, donny mccaslin und band. ich werde nicht müde zu hören, wie es war, mit bowie im studio, dass niemand ihn erkannte, im 55 club, man nicht neben ihm stehen konnte, wenn er sang. in der npr-all-songs-considered-folge, gesendet mitte dezember, sagen donny und tony nichts zu seiner gesundheit. in der new yorker radio hour von danach wird mccaslin gefragt, ob er das album eigentlich hören könne. erst kann er nichts sagen, dann: "i tried listening to 'i can't give everything away'."

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"some time in the late 90s, i started getting emails from someone i initially believed to be a very clever impersonator from the "enigmatic hints" camp. this person expressed themselves in a manner becoming of someone of bowie's erudition, was well researched (no obvious factual errors), never posted at a time when bowie clearly couldn't have. they never stated themselves to be bowie but clearly spoke from his perspective, and the emails were always signed simply "db"."

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caro (in the season of bowiewallow)

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wie wunderbar bowies home-recording von "'tis a pity she was a whore" ist. ich stelle ihn mir vor, wie er vor pro tools sitzt, den saxophon-track aufnimmt, die schepper-drums aussucht, seine lyrics ins mikro erzählt, mit brüchiger stimme.

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überhaupt: i can't give everything away. produktivität und selbstkontrolle bis zum schluß.

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der moment, wo visconti den vocal track von heroes vorspielt, auch er unter bowies' spell, nach all' den jahren noch: "i'm immortalised in a david bowie song." [in den 70ern hatten sie in der wg über die supermarkteinkäufe gestritten.]

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ausflug nach groningen, zu "david bowie is". der präsens überall ist beruhigend, die ausstellung zugleich erschöpfend und oberflächlich: der vergebliche versuch, die bedeutung von kohlenstoff auf der erde zu erklären. ich mag, dass sie bowie körperlich erfahrbar macht: so wenig raum hat er eingenommen, so viele dinge gemacht.  kate moss passt in die ziggy outfits so gerade rein. in einer kiste liegt einer der ziggy jumpsuits, mit plattformboots und seiner gesichtsmaske, ein sarg. ich frage mich, wie es für ihn war, mit frau und kind durch die ausstellung zu laufen, in london.

"recall is nigh on impossible, certainly painful", sagt bowie bei vh1 storytellers über die mitte der 70er. "1975, 1976 and a bit of 1974 - and the first few weeks of 1977 - were singularly the darkest days of my life." dann singt er "word on a wing". mittendrin in diesen jahren hat er einen smoking getragen und total high aretha franklin einen grammy überreicht und für fotos mit lennon und yoko ono posiert. nicht nur bowie hat das überlebt, sondern auch dieser smoking. ich stehe vor diesem wunderschönen kleidungsstück und frage mich, was er an dem oscarabend in seinen hosenstaschen hatte (die sonnebrille, klar, vielleicht auch den kokslöffel, der eine etage höher in einer vitrine liegt?), aber vor allem frage ich mich, wie es sein kann, dass dieser smoking hier ist. bowie hat ihn an diesem abend irgendwann irgendwo ausgezogen (sich ausziehen lassen, wahrscheinlich, hoffentlich, überhaupt ist das vielleicht das einzige thema, das weitestgehend ausgespart wird in dieser ausstellung: bowie, das sexuelle wesen) oder darin geschlafen, wasauchimmer. der smoking lag irgendwann danach auf irgendeinem möbelstück, einem fussboden in los angeles. aber dann hat ihn irgendwer aufgehangen und reinigen lassen  und in einen schrank gehängt und dann ist dieses ding  nicht verloren gegangen, in den einundvierzig jahren seither, obwohl bowie hin und her gezogen ist, über kontinente hinweg, geldprobleme hatte und dann nicht mehr. wie crazy das ist. wie kontrolliert dieser mensch war, selbst in der krise. wie er immer alles aufbewahrt hat (auch: die outfitskizzen aus der jugend, die lyrics zu "station to station"). wie beeindruckend ich diese kontrolle finde.

ich habe das kaum zu unterdrückende bedürfnis, alles anzufassen. ich will mich einsperren lassen in der ausstellung, um eine nacht lang den smoking und die wunderschönen anzüge von thomas jerome newton zu umarmen, jetzt wo ihr träger nicht mehr körperlich da ist. ein paar wochen später erzähle ich c., an meinem küchentisch sitzend davon. sie sagt: "das habe ich gemacht." an einem anderen ausstellungsort, am vor-eröffnungsabend, sie kannte jemanden, der für die technik verantwortlich war. fasste alles an, die klamotten, seine instrumente. ich brauche ein paar stunden, um das zu verkraften.

unerwartete dinge in der ausstellung gehen mir nah, auch ohne anfassen: der starman anzug, jareths swagger stick, der eigentlich eine peitsche ist, die cover-collage von"scary monsters". natürlich der ganze kram aus berlin, ein von bowie gemaltes porträt von iggy (das man in esther friedmans bildband in iggys wohnung hängen sieht), seine oblique strategies, total abgenutzt. ob er sie nicht mehr wollte 2013, als die ausstellung kuratiert wurde? hatte er eine andere ausgabe für blackstar oder war alles so klar, am ende, dass er ihre hilfe nicht mehr brauchte?

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"but loving any musician is a mostly solitary act, whether that love is manifested through raw infatuation or deep engagement with the music itself, and the connection fans felt to david bowie was no exception. his death finally dragged into the light everything he meant to people in private. the masses of us who mourned in public, in essays and on social media and in the streets of new york and london and berlin, didn’t usually end up recounting all the crazy shit we did under his influence or even reminiscing about the ways his music fostered community. 
the portrait of the bowie fan that emerged instead was surprisingly introspective, in story after story of teenagers listening to ziggy stardust or hunky dory alone in our bedrooms, finding the courage to be queer or weird or to just keep living, and returning to those albums for decades afterwards whenever we needed an inoculation against hopelessness. instead of spacemen we were all the mousey-haired girl from “life on mars?,” looking to art to kick down the walls of our claustrophobic worlds.
[....]
i decided to leave the job around the corner from bowie’s apartment in february, partially because his death and his mortality-obsessed work and all that he was able to accomplish in such small windows of time had reminded me that my life isn’t infinite. five years suddenly felt like a long time to be in the same place, physically and figuratively. six would have been too many. nearly every discussion i had with other people who loved bowie this winter involved a mutual admission that his death had sunk us into self-scrutiny. so many of us were ashamed to have lost the urgency he had helped us access, as kids, about living."

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gestern habe ich tickets für iggy gekauft. an allem anderen arbeite ich.

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Sonntag, 13. Dezember 2015

Donnerstag, 10. Dezember 2015

'cos i don't wanna get over you



"after over 100 renditions of “sorrow”, the national still sound close to its emotional heart, rather than inured to it. no naysayer will be converted by this completely absurd artifact, but it’s a moving manifestation of the relationship that fans have with any band that means anything to them, playing their songs over and over to tempt the point where the magic fades away. a lot of sorrow is a strange achievement and vindication. stay down, champions,stay down."

pitchfork: the national -  a lot of sorrow (laura snapes)